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WELTERZEUGUNG AUS GLOBALER PERSPEKTIVE:
EIN DIALOG MIT CHINA
從全球視閾看“世界”的建構:對話中國

Konzert "Die Würde, wessen - Human Dignity: Whose Dignity?"

25.06.2022 | 20:00
Klangforum Heidelberg

Klangforum Heidelberg

In Zusammenarbeit mit dem Taiwan Lecture Series/Studies Programm der Universität Heidelberg laden wir Sie herzlich zu dem kommenden Konzert ein:

Termin

Samstag, 25. Juni, 2022, 20 Uhr

Ort

BETRIEBSWERK, Heidelberg

Karten

https://klangforum-heidelberg.de/veranstaltung/konfuzius-neue-weltordnung-i-betriebswerk-heidelberg-25-juni-2022-20-00

Programm

Haosi Howard CHEN: different anthems, 2022 (UA)
SHEN Ye: 人们,你们可听见? , Leute, könnt ihr das hören?, 2022 (UA)
Guillaume Dufay: Je donne a tous les amoureux
Guillaume Dufay: Ne je ne dors ne je ne veille
Guillaume Dufay: Du tout m'estoie abandonné
ausserdem musikalische Weltvorstellungen aus dem alten und neueren China und Taiwan, Einführung: Barbara Mittler


Erhu: Tzu-Ning LIAO
Sheng: Shao-Huan HUNG
Guqin: Pengpeng LI

SCHOLA HEIDELBERG | ensemble aisthesis
Leitung: Walter Nußbaum

Plakat und Flyer zu unserem "chinesischen" Programm zeigen die sieben Saiten und den gewölbten Steg der Guqin: die gerne so genannte "Literatenzither", oft auch mit Konfuzius selbst in Verbindung gebracht, ist in China nicht irgendein Musikinstrument, sondern Symbol schlechthin für intime, unzweideutige Kommunikation verwandter Seelen und Individuen, immer an der Grenze zur Stille.

Die Heidelberger Sinologin Prof. Dr. Barbara Mittler vom CATS (Center for Asian and Transcultural Studies) wird diesen und andere Hintergründe zur Einführung in unsere Veranstaltung vertiefen, aber vor allem wird sie Entschlüsselungshilfe an den ebenso kompliziert wie originell verschachtelten Texten unserer Auftragskompositionen leisten, die sowohl im Zusammenhang transkultureller Bemühungen (des CATS, des KlangForum, aber auch des maßgeblich den transkulturellen Dialog unterstützenden Konfuzius-Instituts Heidelberg) stehen wie auch zum Thema unseres Jubiläumsjahres gehören, "Die Würde - wessen?".

Wenn es um "Konfuzius und die neue Weltordnung" geht, fragen wir am 25. Juni auch nach der Diversität der Menschenbilder im globalen Vergleich, besonders aktuell manifestiert in der größtmöglich vorstellbaren transkulturellen Distanz, der Begegnung mit China: von uns gemeinsam mit Prof. Dr. Barbara Mittler, mit Dr. Petra Thiel vom Konfuzius-Institut Heidelberg und mit der Musikerin Tzu-Ning LIAO konzipiert, bringt das Programm wesentliche Aspekte unterschiedlicher kultureller Begrifflichkeit und Ästhetik zum Ausdruck. Uraufführungen zweier Werke mittelbar oder unmittelbar chinesischstämmiger Komponisten werden mit Musik "unserer" Renaissance verbunden, nämlich Chansons von Guillaume Dufay - allerdings erklingen diese hier unter Mitwirkung chinesischer Instrumente. Doch bereits zu Beginn der Veranstaltung werden wechselnde kleinere Publikumskreise in mehreren Räumen die seltene Gelegenheit haben, Erhu, Sheng und Guqin auch solistisch und aus nächster Nähe zu hören.

Über die Komponisten

Beide Komponisten unserer Auftragskompositionen stammen aus Shanghai, haben aber verschiedene musikalische Lebenswege eingeschlagen:

Haosi Howard CHEN, geb. 1991, migrierte früh in die USA und studierte schließlich ab 2016 bei Wolfgang Rihm in Karlsruhe. Seine Komposition "different anthems" (verschiedenen Hymnen) für 5 Stimmen und 2 Instrumente verbindet in deutscher, englischer und lateinischer Sprache Bibeltexte mit solchen von Ovid und Henry David Thoreau und schließlich Gedichten von Hai Zi (1964–1989), dem schon vor seinem Freitod berühmtesten chinesischen Untergrunddichter seiner Generation.

SHEN Ye wurde 1977 ebenfalls in Shanghai geboren, ist heute dort Kompositionsprofessor - und beendete die Partitur seines vierteiligen, ebenfalls vielsprachigen Werkes unter den widrigen Bedingungen des pandemiebedingten und (übrigens erst genau heute) beendeten Ausnahmezustands in seiner Heimatstadt, der ihm auch die persönliche Teilnahme an unserem Projekt nicht erlaubt.

Bezeichnenderweise war "Leute, könnt ihr das hören?" als Gesamtwerk bereits konzipiert, als das KlangForum Heidelberg 2020 - wie in einem Zufallsfenster des kulturellen Lockdowns - den 1. Teil "Babel" im Rahmen seines Projekts "EINGESPERRT" zur Uraufführung brachte. In den seitdem entstandenen restlichen Werkteilen kommen nicht nur weitere Schauplätze, Figuren und Textebenen hinzu, - etwa aus dem Buch Hiob, aus dem babylonischen "Ludlul bēl nēmeqi" und aus der sumerischen Ninkasi-Hymne und aus dem Chinesischen -, sondern auch choreographische Elemente, Samples und Elektronik.